Aristoteles
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Aristoteles - Praktische Wissenschaft

Im praktischen Wissensfeld wird ausschließlich das analysiert, was sich auf das menschliche Handeln bezieht, jedoch keinesfalls das, was aus diesen Handlungen hervorgeht.
Aristoteles beschäftigte sich hier hauptsächlich mit der Ethik und Politik. Dabei muss gesagt werden, dass Aristoteles unter Ethik nicht maßgeblich die Lehre der Moral verstand. An vielen Stellen verschmelzen die Begriffe Politik und Ethik zu dem Oberbegriff Politik.

Politik

Aristoteles bemühte sich in seinen Forschungen um die Politik nicht wie sein Mentor Platon um den Entwurf eines perfekten bzw. idealen Staates. Er zeifelte daran, dass dieser überhaupt realisierbar sei, was so manchen Streit mit Platon auslöste. Er versuchte stattdessen Konzepte zur Verbesserung des Bestehenden zu entwerfen und diese zu realisieren. Vor allem in diesem Zusammenhang wird das extrem praxisorientierte Streben Aristoteles' und seiner Philosophie deutlich.
Er sammelte verschiedene Verfassungen und Eindrücke von verschiedenen Kulturen und Staaten und verglich sie auf Ideale, Bräche, Gesetzte und Herrschaftsverhältnisse. Dabei untersuchte Aristoteles genaustens Dreierlei: Erstens die politischen Institutionen und Gremien, zweitens die Abwicklung und Realisierung politischer Vorgänge und Beschlüsse, und drittens den Inhalt politischer Entscheidungen.
Sein Denken ging, wie zu dieser Zeit üblich, von einem durchweg nach Glückseligkeit strebenden Staatsbürger aus. Das oberste Gebot war das Gemeinwohl aller Bürger. Ein Bürger war nach seiner Meinung von Geburt an zu politischem Handeln begabt und motiviert, und weiter, jederzeit moralisch korrekt in seinem Wirken. Diese Denkweise existierte schon einige Zeit, nicht zuletzt bekannt geworden durch die Taten Solons, Kleisthenes und Perikles, welche der attischen Gesellschaft zur vollen Blüte verhalfen.
Aristoteles sah weniger in der Wahl der richtigen Staatsform den Schlüssel zur Verwirklichung eines funktionierenden Staates. Aristoteles wusste, dass jede Staatsform, sei sie auch mit bestem Wissen und Gewissen zum Wohle der Allgemeinheit entworfen, ein Risiko des Machtmissbrauchs und Egoismus einzelner oder weniger Individuen birgt. So konnte eine Monarchie schnell zur Tyrannis mutieren. Eine Aristokratie konnte schnell zur Oligarchie werden. Und die politischen Gremien in einer Demokratie konnten schnell einem Demagogen (Volksredner mit aussergewöhnlichen rhetorischen Fähigkeiten) verfallen. Der Stagirit sah in der politischen Wankelmütigkeit und dem fehlenden politischen Weitblick der damaligen Bürger eine Gefahr innerhalb einer Demokratie. Dennoch war für ihn eine Mischung aus Demokratie und Aristokratie ohne die Schwächen beider die am besten funktionierende Staatsform. Er unterschied zwischen sechs extremen Staatsformen (Jeweils gepaart gute Form - schlechte Form):

Monarchie - Tyrannis
Aristokratie - Oligarchie
Republik - Demagogische Republik

Ethik

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.: Patrick Opitz . Das Aristoteles Projekt . Version 1.0 . June 2005 :.